Holterdorf feiert baldigen Radweg-Baubeginn in Neuenkirchen

Mit viel Schwung griffen Vertreter der Radweg-Initiative, der Stadtverwaltung, des Landes, der Politik und des Bauunternehmens zur symbolischen roten Schaufel. Das applaudierende Publikum bestand größtenteils aus weiteren tatkräftigen Unterstützern der Initiative. Foto: Norbert Wiegand

Spatenstich für den Bau des Radweges entlang der Landesstraße 95 zwischen Holterdorf und Neuenkirchen. Annähernd 100 Bürger waren gekommen, um bei diesem lang ersehnten Ereignis dabei zu sein.

„Auf diesen Tag habe ich 47 Jahre gewartet und jetzt ist es endlich soweit“, freute sich der 96-jährige Walter Grottendiek. So lange ist es her, dass erstmals die Forderung nach einer Fuß- und Radweg-Verbindung zwischen Holterdorf und Neuenkirchen erhoben wurde.

Neuenkirchens Ortsbürgermeister Karl-Heinz Gerling erinnerte daran, dass Anwohner und engagierte Bürger bereits vor 15 Jahren in Eigeninitiative einen zwei Kilometer langen Gras-Fußweg angelegt haben, der bis heute gepflegt und genutzt wird. Dieser Weg bildet jetzt großenteils die Trasse für den neuen Radweg.

Baubeginn am 23. April

Nach der Gründung der Radweg-Initiative Holterdorf im April 2015 ging es dann allerdings relativ schnell mit der Kosten-Zusage des Landes. „Wir haben unser Ziel schneller erreicht, als zunächst gedacht“, blickte der 1. Vorsitzende Bernd Hüpohl auf die Erfolgsgeschichte zurück.

„Durch Spenden und Überschüsse bei zahlreichen Aktionen konnten wir der Stadt 20.000 Euro für die Planung zur Verfügung stellen“, erläuterte Hüpohl wichtige Voraussetzungen für den Erfolg. Außerdem sorgte die Initiative in Zusammenarbeit mit der Stadt für den Erwerb noch fehlender Grundstücke. Schließlich schloss die Stadt Melle einen Vertrag mit dem Land Niedersachsen (wir berichteten): Die Stadt übernimmt Planung und Bauleitung, das Land finanziert die Baukosten. „Parteipolitische Interessen sind glücklicherweise im Hintergrund geblieben“, dankte Bernd Hüpohl auch den Kommunal- und Landespolitikern für die wirkungsvolle Unterstützung.

Lohnender Bürger-Einsatz

„Mit dem Bau des zwei Meter breiten und zwei Kilometer langen Radweges beginnen wir am 23. April“, kündigte Franz Diekmann an. „Ich rechne mit der Fertigstellung am 4. Juli“, verkündete der Geschäftsführer des Tiefbau-Unternehmens Dallmann zur Freude der vielen versammelten Bürger, Vertreter der Verwaltung, Stadtrats- und Ortsratsmitglieder.

„Der so baldige Baubeginn ist ein kleines Wunder“, erklärte Frank Engelmann, stellvertretender Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Osnabrück. Im Schnitt würde im Osnabrücker Land jedes Jahr nur ein Radweg gebaut. Aber der Holterdorfer Bürgereinsatz habe sich gelohnt und etwa acht Jahre Wartezeit erheblich abgekürzt.

Vorbildliche Initiative

„Die Holterdorfer Initiative hat schon Vorbildcharakter“, wies die Meller Landtagsabgeordnete Gerda Hövel auf die beiden weiteren Bürgerradweg-Initiativen hin, die sich an der Allendorfer Straße und an der Wellingholzhausener Straße gebildet haben. Sie wolle sich im Landtag für die Schaffung eines gesonderten Fördertopfes extra für Radweg-Initiativen einsetzen.

Das „tolle bürgerschaftliche Engagement“ der Holterdorfer und Neuenkirchener lobte auch Melles Bürgermeister Reinhard Scholz. So werde bald für viele Kinder ein sicherer Schulweg geschaffen. Auch Tiefbauamtsleiter Thomas Große Johannböcke habe durch seinen großen Einsatz zum Erfolg des Projektes beigetragen.

Text: Norbert Wiegand

 

 

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