So geht es auf der Großbaustelle am Lotter Kreuz voran

So ausgestattet gingen die Mitarbeiter der Baufirmen Dallmann und Echterhoff daran, die 22 Fertigbauteile aufzulegen für die zweite Platte der neuen A30-Brücke am Autobahnkreuz Lotte. Foto: Gert Westdörp

Die Bauteile sind jeweils 33 Meter lang, 2,40 Meter breit und wiegen je rund 100 Tonnen. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Lotter Kreuz: Am Wochenende hat Straßen NRW die nördliche Platte der neuen A30-Brücke über die A1 gelegt. In Tag- und Nachtschicht brachten die Mitarbeiter der Baufirmen 22 Fertigbauteile an Ort und Stelle. Jedes Teil wiegt rund 100 Tonnen. Ein Ortsbesuch.

Zwei große Kräne, ein sehr großer Kran und ein wirklich richtig großer Kran: So ausgestattet gingen die Mitarbeiter der Baufirmen Dallmann und Echterhoff daran, die 22 Fertigbauteile aufzulegen für die zweite Platte der neuen A30-Brücke am Autobahnkreuz Lotte. Die Bauteile sind jeweils 33 Meter lang, 2,40 Meter breit und wiegen je rund 100 Tonnen. Der Hauptkran schaffe zwar bei optimalen Bedingungen 700 Tonnen, „aber bei solchen Gewichten haben wir gern ein bisschen Spielraum“, so Bernhard Heine, Projektleiter vom Landesbetrieb Straßen NRW. 

Rundgang über die Baustelle am Samstag, kurz nach 14 Uhr: Die Arbeiten sind bisher zügig voran gegangen, sie sind sogar knapp vor dem Zeitplan. Allerdings war der kräftige Wind nicht ganz unproblematisch. „Wenn der Kranfahrer sagt, ich mach nicht mehr, dann ist Schluss“, sagt Heine. Denn die 100 Tonnen schweren Stahlbetonträger geraten in Bewegung, wenn es zu windig wird. Dann wird das Manövrieren schwierig und unter Umständen gefährlich.

Regen sorgt für kurze Unterbrechung

Ein heftiger Schauer sorgte für eine kurze Zwangspause, dann aber ging es weiter. Die Gurte sind an den Haken befestigt, und nur Augenblicke später hebt der Kran den Träger vom Auflieger. Währenddessen werden schon die nächsten Teile angeliefert. Mit Begleitfahrzeugen schleppen zwei Lkw ihre Last die Auffahrt hoch. Die Stahlbetonfertigträger kommen direkt vom Hersteller, dem Rekers Betonwerk in Spelle. „Alle 22 Teile hätten wir hier gar nicht unterbringen können“, sagt Heine. 

Die drei anderen Kräne sind dazu da, kleinere Objekte auf der Baustelle zu bewegen, erklärt der Projektleiter. Wenn elf Teile auf der einen Seite verbaut sind, folgt das gleiche Spiel für die andere Seite, und dafür muss der Hauptkran umgesetzt werden. Bevor der sich aber von der Stelle bewegt, müssen erst einmal die tonnenschweren Gegengewichte beiseite geschafft werden und das geht nur mit einem weiteren Kran. Das dauert. Allein für das Umsetzen des großen Krans brauchen die Arbeiter etwa drei Stunden. 

Montagmorgen soll Fahrbahn wieder frei sein

Ab voraussichtlich Montag gegen 5 Uhr sollte auf der A1 in beide Richtungen wieder freie Fahrt sein. Um die Arbeiten möglichst schnell abschließen zu können und die Beeinträchtigung des Verkehrs zu minimieren, waren zwei Mannschaften am Start, die sich in Schichten abwechselten. Mit dem Auflegen der Träger war die Sache noch nicht erledigt. Es musste noch eine Betondecke oben drauf, und die ganze Sache so verschalt werden, dass nichts auf die darunter liegende Fahrbahn tropft. 

Mit Projekten dieser Art habe man natürlich viel Erfahrung, aber ein bisschen anders sei es jedes Mal, so Heine. „Trotzdem läuft alles wie ein Uhrwerk. So macht das schon Spaß.“ Auch sehr schnell und präzise gearbeitet haben unbekannte Graffiti-Künstler: Die Brücke ist noch nicht fertig, aber auf einem Pfeiler prangt schon das erste dicke, fette Bild. Zwar nicht legal, aber fehlenden Einsatz kann man den Malern auf jeden Fall nicht vorwerfen.   

Der Neubau der A30-Brücke verläuft insgesamt über zwei Jahre. Um die eigentlichen Arbeiten zu ermöglichen, war beträchtlicher Aufwand nötig. So errichtete man zuerst eine zweispurige Behelfsbrücke. Der Verkehr floss dann über diese und über die nördliche Brückenhälfte, während die südliche Brückenhälfte abgebrochen und im Mai 2018 neu errichtet wurde, sodass man mit der nördlichen Hälfte genauso verfahren konnte. Die komplette Fertigstellung der Brücke ist geplant für den 6. Juli dieses Jahres.