Hauptschule Bramsche vertieft Kooperation mit Betrieben

Zur Unterzeichnung der Kooperationsverträge trafen sich (sitzend, von links) Hauptschulleiterin Dorte Hierse, Susanne Steininger (Maßarbeit), Mariam Heuer (Möbel Hardeck), Anette Lindemann (Bildungszentrum St. Hildegard), Thorsten Goerke (Firma Dallmann), Marlies Herzog (Niels-Stensen-Kliniken) und Daniela Schmalkuche (Pflegezentrum St. Martinus) sowie (stehend, von links) Stefanie Uhlenkamp, Klaudia Stolecki und Stefan Rudys vom Team Berufsorientierung der Hauptschule sowie Magdalena Brosda (Maßarbeit) und Katrin Börste (Dallmann). Foto: Matthias Benz

Bramsche. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Bramscher Betrieben soll die Berufsorientierung an der Hauptschule weiter intensiviert werden. Dazu wurden nun Kooperationsverträge unterzeichnet. Das neue Modellprojekt an der Hauptschule sieht vor, dass Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse regelmäßig mit den Vertretern von Unternehmen in Kontakt treten. Anfang Februar findet die erste Stufe der Kooperation statt, die allein bis zu den Sommerferien sechs Maßnahmen vorsieht, bei denen Schule und Wirtschaft gezielt die Berufswahlkompetenz der Schüler stärken. So ist geplant, dass die Schülerinnen und Schüler kontinuierlich ihre Vorstellungen konkretisieren und sich schrittweise auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten. Auszubildende und Mitarbeiter werden die Berufsbilder ihrer Unternehmen im Unterricht vorstellen. Später folgen Betriebserkundungen und Bewerbungstraining sowie eine intensive Praxiswoche. Auch der Zukunftstag, das Betriebspraktikum und die „Chill-out-AG“ wurden in die Pläne integriert.Mit der Straßen- und Tiefbaufirma Dallmann, Möbel Hardeck, den Niels-Stensen Kliniken sowie dem Pflegezentrum St. Martinus beteiligen sich Partner aus der Wirtschaft am Projekt, die ohnehin schon gut mit der Hauptschule vernetzt waren.

 

„Ich bedanke mich für Ihre Bereitschaft und bin sehr stolz mit Ihnen zusammen arbeiten zu dürfen“, begrüßte Dorte Hierse die Partner zur Vertragsunterzeichnung. Die Schulleiterin lobte außerdem die Servicestelle Schule-Wirtschaft der Maßarbeit, die die Kooperation organisiert hatte .„Die Berufsvorbereitung ist ein Hauptbestandteil dieser Schule“, verdeutlichte Hierse, die die bisherigen Erfolge in diesem Bereich eindeutig ihren Vorgängern sowie den motivierten Kollegen vom Team Berufsorientierung zurechnete .„Das Handwerk erlebt eine Renaissance“, betonte Geschäftsführer Thorsten Goerke von der Dallmann GmbH die guten Berufsperspektiven in der Baubranche. Allein 2018 begannen 22 Auszubildende eine Lehre bei dem Bramscher Unternehmen. „Wir haben hier die Möglichkeit, den jungen Menschen unseren Betrieb zu zeigen“, begrüßte er die neuen Projektpläne. Im Rahmen der Kooperation werden Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den „Dallmännern“ auch ein eigenes Bauprojekt auf dem Schulgelände durchführen. Anette Lindemann, Leiterin der Berufsfachschule Altenpflege am Bildungszentrum St. Hildegard der Stensen-Kliniken verwies auf die anstehende generalistische Ausbildung, die Alten- und Krankenpflege zusammenfassen wird. „Es ist ganz wichtig, dass wir Pflegende ausbilden. “ Auch wenn das Image in der Öffentlichkeit nicht gut sei, könnten die Schüler durch das Erleben der wahren Begebenheiten erfahren, welch hohe Attraktivität diese Berufe hätten.  Daniela Schmalkuche von St. Martinus und Marlies Herzog vom Bramscher Krankenhaus, begrüßten die Kooperation als gute Gelegenheit, Schüler für ihre Berufsbilder zu begeistern. Mariam Heuer, seit sechs Jahren in der Personalabteilung bei Möbel Hardeck, lobte, wie sich Maßnahmen wie der Berufsorientierungsparcours (BOP) von Jahr zu Jahr weiterentwickeln. Sie freut sich, dass die neue Kooperationsvereinbarung einen noch engeren Austausch zwischen Schülern, Eltern, Schule und Unternehmen vorsieht. Magdalena Brosda von der Servicestelle Schule-Wirtschaft erläuterte: „Es ist unser Auftrag, Schule und Betriebe zusammenzuführen. Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler von Modul zu Modul sicherer werden.“ Durch die regelmäßigen Praxiserfahrungen sollen die Berufswahlkompetenzen gestärkt und schließlich eine fundierte Entscheidung ermöglicht werden. Das Ansehen, dass der Bramscher BOP und das 2011 gegründete Netzwerk Schule-Wirtschaft im Laufe der Jahre für ihre Berufsorientierungsmaßnahmen erworben haben, betonte Maßarbeit-Bereichsleiterin Susanne Steininger. Stadt, Betriebe und Lehrern trügen mit viel Engagement dazu bei. In der Tuchmacherstadt sei bei allen Beteiligten ein gewisser Zusammenhalt“, ein „Lokalpatriotismus“ zu spüren. Steininger fügte an: „Die Hauptschule ist das Zugpferd vor Ort: Hier gibt es kein Blabla, es wird handfest gearbeitet.“

 

 

 Text: Matthias Benz