BIM-Bauabrechnung im Straßenbau

Vergabe der Schlussrechnung auf einem Stick. V. l. n. r. Volker Westerhaus und Nicola Böhler (Ingenieurbüro Westerhaus) Tobias Farin (Hermann Dallmann Straßen- und Tiefbau). Quelle: Hermann Dallmann Straßen- und Tiefbau GmbH & Co. KG, Bramsche

Darstellung der Position Asphaltdeckschicht im Abrechnungsformular (Desite Custom) und in der 3D-Modellansicht Abbildung Quelle: Hermann Dallmann Straßen- und Tiefbau GmbH & Co. KG, Bramsche

Der Abrechnungsleiter der Hermann Dallmann Straßen- und Tiefbau GmbH & Co. KG., Tobias Farin, übergab zum ersten Mal dem Auftraggeber eine Bauabrechnung komplett digital mit 3D-Modell.

Ermöglicht wird die BIM-Bauabrechnung durch das Zusammenspiel dreier Softwaresysteme: dem isl-baustellenmanager, dem Analyse- und Informationssystem Desite MD und Mwm-Libero, einem Programm für Aufmaß, Mengermittlung und Bauabrechnung, sowie dem erfahrenen Abrechner Tobias Farin. Pilotprojekt war eine Straßen- und Kanalsanierung mit einem Projektvolumen von 1,3 Mio Euro der Kommune Bersenbrück des Landkreises Osnabrück. Das alte Mischwasserkanalsystem wurde auf ein Regenwasser- und Schmutzwasserkanalsystem umgestellt und die Straße erneuert sowie die Gehwege verbreitert.

Zur Auftragsvergabe erhielt die Firma Hermann Dallmann vom Ingenieurbüro die Ausführungspläne in 2D als dwg-Datei und las diese in den isl-baustellenmanager ein. Aus diesem georeferenzierten Abbild der Baustelle erzeugt Farin 3D-Objekte und ermittelt die Mengen, welche er in der Datenart 11 in Mwm-Libero transferiert. Dort ergänzt der Abrechner die noch fehlenden Mengen für z.B. Baustelleneinrichtung und andere Pauschalpositionen. Analog des Baufortschritts aktualisierte er die Daten im isl-baustellenmanager und übertrug diese jedes Mal zwecks Aufbereitung der Abrechnung nach der REB 23.003 in Mwm-Libero. Vorteilhaft dabei war, dass immer nur der Zuwachs per Datenart 11 an den Auftraggeber weitergegeben wurde, so dass dieser auch nur den Zuwachs prüfen muss.

Die Schlussrechnung erhält der Auftraggeber auf einem USB-Stick. Dieser enthält den 3D Viewer Desite Custom mit dem 3D-Modell. Mit Desite Custom lässt sich das Modell des Neuzustandes und die damit verknüpften Dokumente wie Fotos, Aufmaße und Mengenermittlungen öffnen. In Desite können die Abrechnungsdaten in speziellen Prüf-Formularen geprüft und die Prüfung auch dokumentiert werden.