Bahnunterführung in Vehrte eröffnet

Belm. Bahn, Land und die Gemeinde Belm haben am Freitag die pünktliche Eröffnung der Bahnunterführung im Ortsteil Vehrte gefeiert.

Für die 32-jährige Projektingenieurin Teresa Krüger, die zuvor an der ICE-Trasse zwischen Berlin und München gearbeitet hatte, war es das erste eigenständig geleitete Projekt, und sie zeigte sich sichtlich erleichtert, dass alles so gut geklappt hatte. Nachdem Krüger zuvor allen Beteiligten noch einmal gedankt hatte, hob insbesondere Cord Lüesse ihre Rolle hervor und dankte seinerseits für die „angenehme Zusammenarbeit“.

Laut Krüger haben insbesondere die Unternehmen Dallmann und Echterhoff alles darangesetzt, um die Termine zu halten, Nachtarbeit inklusive. Das bestätigte als Anwohner auch Belms stellvertretender Bürgermeister Hartmut Stagge, zumal ihn das so manchen Schlaf gekostet habe.

Mehr Sicherheit

Landrat Michael Lübbersmann hob in seinem Grußwort hervor, die Unterführung der Bahnlinie trage nicht nur dazu bei, Unfallgefahren zu verhindern, sondern sie sei ein wichtiger Beitrag für die weitere wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere für den Anschluss des Wittlager Landes und des Hafens an das Autobahn-Netz. Im Übrigen sei er ausnahmsweise als „Genießer“ gekommen, denn an den Kosten des 15,5 Mio.-Projektes sei der Landkreis nicht beteiligt. Die teilten sich Bahn und Bund zu je einem Drittel sowie Land und Kommune.

Wie Stagge berichtete, gab es bereits vor 100 Jahren erste Ideen für eine Unterführung. Die Fertigstellung jetzt betrachte er mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sicherlich werde die neue Verkehrsführung mehr Verkehr mit sich bringen. Entscheidend sei aber der Gewinn an Sicherheit, vor allem für Schüler. Zuvor hatte bereits Lübbersmann darauf hingewiesen, dass lange Schlangen vor den Schranken einst zu teilweise abenteuerlichen Wendemanövern verleitet hätten.

Positive Überraschungen

Nach langer Vorlaufzeit ist die Bahnunterführung in dreieinhalb Jahren realisiert worden. Das Beton-Brückenelement wurde vor Ort gegossen und in die Bahnlinie eingepasst. Dabei galt es, den Bahnverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen. Auf der mit der Nummer 2200 versehenen Trasse zwischen Bremen und Osnabrück verkehren pro Tag rund 160 Züge. Notwendige Unterbrechungen mussten lange vorher angekündigt werden, ein exakter Zeitplan und dessen Einhaltung waren deshalb essenziell. Krüger hatte deshalb gleich zu Beginn ihrer Rede zuerst den Facharbeitern gedankt, dann den Polieren und erst danach den übrigen Beteiligten.

Am Rande der Eröffnung verriet sie dann auf Nachfrage, dass sie selbst bei Projektbesprechungen vor Ort immer wieder positiv von den Baufortschritten überrascht worden sei.

www.noz.de/lokales/belm/artikel/1214227/bahnunterfuehrung-in-vehrte-eroeffnet